Demo

Wissen

Low-Code – der Gamechanger für das Banking

Die digitale Transformation erfordert, dass Finanzinstitute agiler werden und sich kontinuierlich an wechselnde Marktbedingungen beschleunigt anpassen. Kunden und Mitarbeitende erwarten gleichermaßen digitale Lösungen und automatisierte Kreditprozesse – der Fachkräftemangel in der IT und die in die Jahre gekommene Legacy-IT sorgen jedoch oft für Innovationsstau. Die Lösung, um Innovationen nachhaltig zu fördern und maßgeschneiderte und automatisierte Prozesse nebst Software-Oberflächen ressourcenschonend zu entwickeln, sind Low-Code-Plattformen.

21. November 2022

Was ist Low-Code?

Low-Code beschreibt die Lösung von fintus, die zu der Entwicklung von Softwareapplikationen einen standardisierten Modul- und Prozess-Baukasten zur Verfügung stellt. Somit können Applikationen und Prozesse durch visuelle und modellbasierte Entwicklungs- und Konfigurationsmethoden erstellt, erweitert und einfach zusammengestellt werden, statt nur durch aufwendiges Programmieren von Codezeilen zu entstehen.

Kurz: Statt dem IT-Experten, der wochenlang in Sprints komplexe Applikationen entwickelt, ermöglichen es leichtgewichtige Konfigurationen dem IT-affinen Fachbereich selbst Kreditprozesse zu modellieren, Auflagen und Konditionen zu verändern oder neue Prüfungen einzubauen.

Auf diesem Weg vereinfacht Low-Code die Softwareentwicklung, erhöht deren Geschwindigkeit und reduziert gleichzeitig deren Kosten durch die Entlastung interner oder externer Entwickler. Der Innovationszyklus kann beschleunigt werden und Anwender sowie Mitarbeitende aus verschiedenen Fachbereichen können auch ohne spezialisierte IT-Vorkenntnisse ihre Applikationen und Prozesse selbst bearbeiten und optimieren. Bei der Low-Code-Entwicklung wird auf standardisierte Prozesse und Software-Oberflächen innerhalb der fintus Suite zurückgegriffen. Statt einer hochindividuellen Lösung werden mit einer Standard-Lösung Geschwindigkeit und Transparenz gewonnen. In Design, Bedienung und Performance bestehen keine wesentlichen technischen Nachteile gegenüber manuell gecodeten Anwendungen.

Low-Code bietet die Möglichkeit, dass IT-Abteilungen und Fachbereiche gemeinsam an neuen Lösungen arbeiten und Unternehmen die digitale Transformation im Kollektiv stemmen können. Zwar benötigt auch das Programmieren mit Low-Code-Plattformen eine gewisse Einarbeitung, die Komplexität ist gegenüber klassischer Full-Code-Arbeit aber deutlich niedriger – besonders für technikaffine Digital Natives sind die Low-Code-Plattformen intuitiv nutzbar.

 

Was ist eine Low-Code-Plattform?

Die fintus Low-Code-Plattform bietet die Basis der modularen Softwareentwicklung und die Oberfläche zur Entwicklung und Optimierung von Applikationen und Prozessen. Die Plattform trennt dabei in die Modellierung von Prozessen gemäß BPMN 2.0, in die Konfiguration des bankfachlichen Datenmodells inklusive Felddefinitionen, Entitäten-Modell etc. sowie in die grafische Gestaltung der Oberflächen für Interessenten, Kunden und Mitarbeitende der Finanzinstitute.

Die fintus Suite liefert entweder bereits eine lauffähige Anwendung oder eine Spezifikation, die zur Erstellung oder Bearbeitung einer Applikation verwendet wird. Ein modularer Baukasten aus Drag-and-Drop-Möglichkeiten, Formularen, Prozessen und Workflows ermöglicht die einfache Bedienung und Entwicklung. Die sogenannten Ramp-up-Kosten sind dabei dramatisch geringer als bei einer individuellen Softwareentwicklung, die mit einem weißen Blatt Papier (oder noch schlimmer: Pflichtenheft) beginnt.

Durch den intuitiven Aufbau der Low-Code-Plattformen werden aufwendige und manuelle Programmierarbeiten durch grafische Modellierungsmethoden und visuelle Applikationsdesigns ersetzt. Zugleich behält die IT die Möglichkeit, mithilfe sogenannter Java-Klassen und Delegates auch hochkomplexe Schnittstellen, Logikprüfungen, Pricing-Engines, Rating-Engines etc. an die Lösung anzubinden.

Low-Code-Plattformen ermöglichen so eine einfache und individuelle Entwicklung, die direkt an die Ansprüche des eigenen Finanzinstitutes angepasst werden können. Damit entsteht eine größere Unabhängigkeit von IT-Ressourcen bei gleichzeitiger Notwendigkeit, in dem Fachbereich dauerhaft geschulte IT-affine Mitarbeitende vorzuhalten.

Über die fintus Suite arbeiten IT-Abteilungen und Fachbereiche effizienter zusammen: Aufgaben können fachlich und technisch getrennt auf der gemeinsamen Umgebung bearbeitet werden. Das jeweilige Know-how kann zielgerichtet eingesetzt werden, um automatisierte und kundenfreundliche Lösungen zu entwickeln. So bieten Low-Code-Plattformen eine Reihe von Vorteilen gegenüber der herkömmlichen Entwicklung:

  1. Schnelle, modulare und individuelle Entwicklung
  2. Prozessoptimierung wiederkehrender Workflows
  3. Schnellere Innovationszyklen
  4. Kostenersparnis
  5. Unabhängigkeit von IT-Ressourcen

 

Low-Code vs. Robotic Process Automation

Auch Robotic Process Automation (RPA) ist eine Technologie, die Geschäftsprozesse in Unternehmen automatisiert. Die Basis von RPA ist die Simulation von Handlungen eines Menschen in unterschiedlichen Software-Applikationen, die die Software nachahmt, um so die Arbeit zu automatisieren. Die Technologie hat ihre Stärken besonders bei strukturierten und regelbasierten Prozessen, die sie schnell, zuverlässig und digital erfüllen kann, sowie bei der Automatisierung einzelner, kleinteiliger und spezifischer Aufgaben. Werden die Prozesse jedoch komplexer und es sollen unternehmensweite End-to-End-Prozesse automatisiert werden, kommt RPA an ihre Grenzen. Full- oder Low-Code-Lösungen werden benötigt, um die Mikroautomatisierungen der RPA in die Gesamtprozesse einzubinden. Im Vergleich bieten Full- und Low-Code-Programmierungen komplexere und größere Entwicklungsmöglichkeiten als die Robotic Process Automation.

 

Low-Code-Entwicklung: ein Gewinn für innovative Finanzinstitute

Die vielfältigen Vorteile von Low-Code wollen viele Banken, Factoring- und Leasing-Anbieter, Förderbanken, Kreditinstitute und andere nutzen – vor allem in Zeiten, in denen die digitale Transformation bei gleichzeitiger Ressourcen-Knappheit die zentrale Herausforderung darstellt. Die Ansprüche der Kunden und Mitarbeitenden an digitale Lösungen und automatisierte Prozesse steigen gleichermaßen, sodass es wichtig ist, moderne Software- und Prozesslösungen anzubieten – im besten Fall besser und schneller als die Konkurrenz. Denn: Nur mit zeitgemäßen, technischen Möglichkeiten können Kunden und Fachkräfte vom eigenen Unternehmen überzeugt werden und kann die digitale Transformation nachhaltig gelingen.

Für IT-Abteilungen und Systemhäuser bedeutet dies volle Auftragsbücher – für Auftraggeber oft lange Wartezeiten, Frust und Innovationsstau. Abhilfe kann die Nutzung von Low-Code-Plattformen schaffen, da Mitarbeitende der Fachbereiche in die Softwareentwicklung eingebunden werden können. Dies entlastet IT-Abteilungen und erlaubt ihnen, die wertvollen freien Ressourcen für komplexere Projekte zu nutzen. Die Einsatzmöglichkeiten von Low-Code sind dabei äußerst vielfältig: Antragsstrecken, Genehmigungsprozesse, regelbasierte Entscheidungen sowie Touchpoints mit Kunden können modular erstellt und über Schnittstellen auch mit Drittanbietern verknüpft werden.

 

Low-Code in der Finanzbranche

Banken und Finanzdienstleister spüren den Druck der digitalen Transformation. Automatisierte Kundenerlebnisse, eine schlüssige Customer Journey in den Antragsstrecken und SelfServicePortalen sowie digitale Touch-Points gewinnen sind die zentrale Anforderung. Low Code bietet genau hier eine spannende Alternative zu klassischen IT-Lösungen, um schnell und kompetent auf Marktveränderungen, neue Kundenwünsche oder regulatorische Vorgaben reagieren zu können.

Besonders die dokumenten- und datengetriebenen Prozesse in Banken lassen sich durch ihren repetitiven Charakter gut digital abbilden und automatisieren. Insbesondere die Kreditbearbeitung im Umfeld von Privatkrediten und Gewerbekrediten gegenüber Geschäften und Unternehmen stellt ein interessantes Handlungsfeld dar. Ende zu Ende Prozesse von der Antragsstrecke, über die Entscheidung bis zur Auszahlung mit digitalen Software-Oberflächen für die Interessenten als auch den digitalen Bankarbeitsplatz stellen ein perfektes Szenario für die Stärken der Low-Code-Plattform dar.

Dank des bankfachlich vordefinierten Datenmodells mit natürlichen und juristischen Personen sowie komplexer vordefinierter Entitäten für die üblichen Anwendungsszenarien für Kreditinstituten in der DACH-Region gelingt der Projektstart. Für die Implementierung der komplexen und marktspezifischen Regeln sowie die Erweiterung der Datenmodelle und die individuelle Definition der Prozesse ist kein handwerkliches Coding mehr nötig. Diese Arbeitsschritte können daher durch it-affine Business Units selbst vorgenommen werden.

Nach der IT-fachmännischen Anlage der Datenmodelle ist es beispielsweise möglich Unternehmensfinanzierungen und Investitionskredite durch Konfigurationen im Frontend der Low-Code-Plattforen automatisiert abzubilden. Auch Onboarding-Strecken für die Neukundenanlage, Kredit- oder Leasinganfragen können über das Low-Code-Frontend umgesetzt werden. Ebenso ist die Einbindung jeweils passenden Drittanbieter möglich – beispielsweise zur digitalen Ausweis- und Legitimationsfunktion. Zudem kann durch die gezielte Optimierung und Mitarbeit der IT-Abteilungen die Lösung immer weiter optimiert werden. Anbieter, wie Bancos, Creditreform, Criff Bürgel, Tink, IDNow, Mambu, SAP, Schufa und WebID, können leichtgewichtig via vordefinierter Schnittstellen und Datenfeldmapping in die Low-Code-Lösung integriert werden. Gemeinsam mit den Partnern und vorhandenen Schnittstellen entsteht ein Baukasten, der in einzigartiger Geschwindigkeit bereits einen hohen Mehrwert für die Zukunft der Kunden liefert.

 

Full-Code, Low-Code, No-Code?

Die Diskussion entbrennt grundsätzlich und zumeist auf der emotionalen Ebene geführt. Standard-Software vs. Individual-Entwicklung – Full-Code vs. Low-Code und Baukasten-Lösung mit No-Code. Nur ein Zusammenspiel der einzelnen Konzepte kann zu einem Projekterfolg führen.

Um Innovationen qualitativ hochwertig, schnell und ressourcenschonend zu ermöglichen ist ein Zusammenspiel zwischen Full-, Low- und No-Code-Programmierung im Team notwendig. Nur so können IT- Expertise und bankenspezifisches Know-How gleichermaßen in die Projektrealisierung eingebracht werden.

Full-Coding stellt die komplexeste Art dar, Applikationen oder Prozesse zu programmieren und kann nur durch professionellen Entwickler und via aufwändiger Projekte inklusive dem gewohnten Projektsetup (schlimmstenfalls via Wasserfall oder agil via Scrum & Sprints mit ungewissem Ausgang) durchgeführt werden.

Unternehmen sind bei der Erstellung von Full-Code auf die Verfügbarkeit von professionellen IT-Ressourcen und oft einer hohen Flexibilität in dem Realisierungszeitplan angewiesen. Der Code ist vollständig selbst entwickelt und bietet die volle Flexibilität der individuellen Programmierung. Hier sind No- und Low-Code-Lösungen aufgrund ihrer Modularität vergleichsweise unflexibel – ihre Module können dagegen flexibel in verschiedenen Projekten eingesetzt und reproduziert werden, während individueller Codes meist nur wenig wiederverwertbar ist.

Eine noch geringere Einstiegshürde als Low-Code-Plattformen bietet die No-Code-Programmierung. Diese Technik kommt ganz ohne Coding aus, kann aber auch nur eine sehr geringe Software- und Prozesskomplexität abbilden. Während der gezielte Einsatz von Code die Flexibilität von Low-Code-Plattformen erhöht und größere Entwicklungsmöglichkeiten bieten kann, kommen die grafischen und modularen No-Code-Plattformen schnell an ihre Grenzen. Diese Technik empfiehlt sich daher eher für kleine Projekte wie die grafische Konfiguration eines Fragebogens oder einer kleinen mobilen IOS / Android APP, statt komplexer Entwicklungen für Bankprozesse und Anwenderoberflächen.

 
Full-Code
Low-Code
No-Code
Komplexität
Hoch
Mittel
Niedrig
Flexibilität
Mittel
Hoch
Niedrig
Kosten
Hoch
Mittel
Niedrig
Go to Market
Langsam
Schnell
Schnell

 

Low-Code-Innovation für Banken und Finanzinstitute: fintus

Low-Code bietet Unternehmen die große Chance, die Herausforderungen der Digitalen Transformation zu meistern und Prozesse kurzfristig zu modernisieren. Low-Code besticht durch Geschwindigkeit, geringeren Ressourceneinsatz und dank der Standardisierung einer hohen Wiederverwendbarkeit. Full-Code bietet als Ergänzung zu Low-Code-Projekten immer die Chance, eine hohe Individualität auch in einer standardisierten Welt abbilden zu können.

Die Talente und Fähigkeiten der Mitarbeiter aus den Fachbereichen können dank Low-Code effektiv und nutzbringend in der Projektumsetzung eingebunden werden, statt sie nur in der Anforderungsdefinition einzubinden.

Um Low-Code-Plattformen nachhaltig und funktional zu implementieren, empfiehlt sich mindestens in der Anfangsphase die Zusammenarbeit mit einem kompetenten Implementierungs-Partner.

Die fintus Suite wurde speziell für die Anforderungen der Finanzbranche entwickelt. Sie lässt sich leicht in die IT-Umgebung bei Finanzinstituten integrieren und bietet alle Funktionen für innovatives Low-Code-Banking in einer Plattform. Auf Basis der offenen Systemarchitektur können mit fintus beliebige Kernbanksysteme, Dokumenten-Management-Systeme (DMS) und bereits existierende ERP-/CRM-Systeme bei Banken angebunden und Prozesse durchgängig gestaltet werden.

Die Benutzer in der Bank arbeiten via des digitalen Arbeitsplatzes in einer 360°-Sicht auf den Geschäftsvorfall, beziehungsweise den Kunden und werden durch die Prozessautomatisierung unterstützt. Antragssteller und Kunden profitieren von individuell gestalteten Oberflächen und der Möglichkeit, ihr Anliegen mit einer hohen Eigenständigkeit selbst abwickeln zu können.

Mit der fintus Suite und dem Zusammenspiel aus Low-Code und vorgefertigten Modulen sowie Prozessen haben fintus Kunden den entscheidenden Vorteil in der digitalen Transformation.

Low-Code statt Development – vereinfachen Sie Ihr Projekt von Anforderung bis Go-Live!

Mehr von fintus.